Teheran Tabu

Regie: Ali Soozandeh

Österreich/Deutschland 2017 | 96 min

OmU

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Rezensionen

TEHERAN TABU folgt den Spuren von vier unterschiedlichen Menschen in der iranischen Hauptstadt: Der alleinerziehenden Mutter eines stummen Sohns, die ihren Lebensunterhalt illegal mit Prostitution verdient; einem angehenden Musiker, der unter der Unterdrückung seiner Kreativität leidet; einer jungen Frau, die ungewollt schwanger wird; und einer zurückhaltenden Ehefrau, die sich nichts sehnlicher wünscht, als einer Arbeit nachzugehen. Als diese vier Leben einander kreuzen, verändert sich alles für sie.

Gedreht im Rotoskopie-Verfahren (reale Schauspieler*innen werden in Szene gesetzt, anschließend übermalt und in die ebenfalls gemalten Hintergründe montiert), gelang dem im Iran geborenen und in Deutschland lebenden Regisseur Ali Soozandeh ein aufwühlendes und realistisches Drama um vier junge Menschen in Teheran, deren Schicksale bei ihrer verzweifelten Suche nach Freiheit und Glück aufeinanderprallen. Dabei liefert der Ensemble-Film einen kompromisslosen, bislang noch nie gesehenen Einblick in den schizophrenen Alltag des heutigen Iran. Innenansichten eines Lebens zwischen streng religiösen Gesetzen und Unterdrückung einerseits, und Sex, Drogen und Korruption andererseits.

„Sex ist das treibende Mittel für einen Moment der Befreiung von der systematischen Unterdrückung. Sich mit Huren zu treffen, auf BDSM zu stehen oder völlig zugedröhnt in einer öffentlichen Toilette zu vögeln sind kleine Tabubrüche, die einerseits zur kurzen Individualität und Selbstverwirklichung getätigt werden, andererseits aber auch Unheil und oft hohe Kosten mit sich bringen. Genau dabei zeigt sich auch die Moderne und Vielfältigkeit des Landes, die im sonstigen iranischen Kino so niemals gezeigt werden könnten.“ (Kino-Zeit.de)

Am 16. September 2022 wurde die junge Kurdin Mahsa Amini von der Sittenpolizei verhaftet und starb kurze Zeit später im Polizeigewahrsam. Seither reißen die machtvollen Demonstrationen gegen das iranische Regime nicht mehr ab. Trotz massiven Gewalteinsatzes von Polizei und Revolutionsgarden gehen täglich Tausende Iraner*innen auf die Straße und fordern ein Ende der Unterdrückung durch die klerikalen Machthaber.

Aus diesem Anlass zeigen wir den eindrucksvollen Animationsfilm, der einen kompromisslosen und erhellenden Einblick in den schizophrenen Alltag im Iran bietet.

Spielzeiten und Tickets von Teheran Tabu im Votiv Kino und Kino de France in Wien

* Änderungen vorbehalten. Programm wird laufend aktualisiert.