Mein Vater, der Fürst

Regie: Lukas Sturm, Lila Schwarzenberg
Mit: Lila Schwarzenberg, Karl Schwarzenberg

Österreich 2022 | 80 min

 Mein Vater, der Fürst
 Mein Vater, der Fürst
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 Mein Vater, der Fürst
 Mein Vater, der Fürst

Rezensionen

„Man ist nicht da, um glücklich zu sein“, sagt der Vater zu seiner Tochter am Ende eines Dokumentarfilms, der die ungewöhnliche Geschichte von Lila Schwarzenberg und ihrem Vater Karl erzählt. Über einen Zeitraum von fünf Jahren treffen sich Tochter und Vater immer wieder zum Gespräch. An den Orten, die beide geprägt haben. In Prag und auf Schloss Orlik im Süden von Böhmen, aber auch in Wien und in Murau in der Steiermark. Die Gespräche erkunden im Laufe der Jahre alle Winkel der gemeinsamen Geschichte. Von einem Vater als Zeitzeugen des 20. Jahrhunderts, dessen Kindheit von Enteignung und Flucht geprägt ist und der später zu einem der bemerkenswertesten Politiker Europas nach dem Zweiten Weltkrieg wird. Ein Staatsmann, Aristokrat und Revolutionär gleichermaßen. Die Geschichte seiner Tochter beginnt als die eines Mädchens, das in einer von Erbprinzen und Männern dominierten Familientradition aufwächst. Eines, das sich gegen Etikette und Adelsprädikate wehrt, später in Drogensucht abgleitet – dann clean wird und sich ein Leben in London aufbaut, um die Schatten der Vergangenheit zurückzulassen. Im Laufe der Dreharbeiten stellt sich Lila Schwarzenberg auch wiederholt den Fragen ihres Co-Regisseurs Lukas Sturm zu ihrer eigenen Geschichte. Der Film zeigt, wie Lila immer wieder versucht, die Distanz zum scheinbar übermächtigen Vater zu überwinden. Dabei entsteht ein höchst intimes Porträt von zwei Menschen, die sich vertraut und fremd zugleich sind. Vor dem Hintergrund einer turbulenten und von Schicksalsschlägen gezeichneten Familiengeschichte bemühen sich beide aufrichtig, einen Weg zueinander zu finden. Mein Vater, der Fürst erzählt stellvertretend die Geschichte von vielen Töchtern, Söhnen, Vätern und Müttern und dem gegenseitigen, oft zum Scheitern verurteilten Wunsch nach Anerkennung, Wertschätzung und Nähe.

Montag, 26. September 2022, 19.30 Uhr:
Filmgespräch im Anschluss an die Vorstellung
Lila Schwarzenberg und Lukas Sturm im Gespräch mit Karin Schiefer (Austrian Film Commission).

„Doch statt ein salbungsvolles Porträt einer verdienstvollen Persönlichkeit europäischen Formats zu zeichnen, beschritt Lila Schwarzenberg lieber Neuland. Ihr Film ist über weite Strecken ein Werkstattbericht, der über die mühevolle und schonungslose Arbeit an einer aristokratischen Beziehungskiste informiert. Lila ist eine beharrliche Fragestellerin, die ihrem Vater keinen Raum für Ausflüchte bieten will.“ (Die Zeit)

„Mal launisch, mal launig geht Karl auf Lilas Fragen ein: Sie schenken sich nichts, dann wieder herrscht höfliche Freundlichkeit. Bemerkenswert reflektiert sind Einzelinterviews mit Lila, die sich Vater und Tochter später zusammen ansehen. Ein Werk, das zum Nachdenken über eigene Familienbeziehungen anregt und sogar Trost zu spenden vermag: In adeligen Heimen herrscht nicht weniger Chaos als bei Otto Normalverbraucher.“ (Falter)

„Widersprüchlich und komplex. Einen Film wie MEIN VATER, DER FÜRST zu machen sei ‚das Schwerste‘, sagt Karl Schwarzenberg über das von seiner Tochter Lila Schwarzenberg und Lukas Sturm gedrehte Porträt.“ (Der Standard)

Spielzeiten und Tickets von Mein Vater, der Fürst im Votiv Kino und Kino de France in Wien

* Änderungen vorbehalten. Programm wird laufend aktualisiert.