Des Teufels Bad
Regie: Veronika Franz, Severin Fiala
Mit: Anja Plaschg,
dOV
Oberösterreich im Jahr 1750: Ein Karpfenteich reflektiert das Grau des Himmels. Ein tiefer, dunkler Wald schluckt das Sonnenlicht. Eine Hingerichtete wird auf einem Hügel zur Schau gestellt. Zum Beweis. Als Warnung. Ein Omen? Die tiefreligiöse und hochsensible Agnes betrachtet die tote Frau mit Mitleid. Auch mit Sehnsucht, denn sie fühlt sich fremd in der Welt ihres Mannes Wolf, in die sie frisch eingeheiratet hat. Eine gefühlskalte Welt voller Arbeit, Verrichtungen und Erwartungen. Immer mehr zieht sich Agnes zurück. Immer enger wird ihr inneres Gefängnis, immer erdrückender ihre Melancholie. Ein Gewaltakt scheint ihr bald der einzige Ausweg.
Veronika Franz und Severin Fiala entwerfen ein abgründiges Psychogramm einer Frau, mit Fleisch und Knochen, Sehnen und Seele gespielt von Anja Plaschg, die als Soap&Skin zudem die Filmmusik komponiert hat.
Der Film basiert auf Gerichtsprotokollen aus dem 18 Jahrhundert, und beleuchtet ein erschütterndes, dunkles Kapitel europäischer Geschichte: das des historischen Phänomens des „mittelbaren Selbstmords“. Veronika Franz’ und Severin Fialas DES TEUFELS BAD geht unter die Haut und zeigt den harten von religiösen Dogmen und Tabus bestimmten Alltag, der bis Heute wirkt.
Bei der Berlinale erhielt Martin Gschlacht für die Kamera in DES TEUFELS BAD den Silbernen Bären für „Herausragende Künstlerische Leistung“ und wurde 2024 in der Kategorie „Bester Spielfilm“ mit dem Österreichischen Filmpreis ausgezeichnet.
Empfehlung von Feli, Kassa im Votiv Kino:
DES TEUFELS BAD erzählt die Geschichte einer jungen Frau im 18. Jahrhundert, gefangen in einer streng religiösen, patriarchal geprägten Welt, in der seelische Not nicht gesehen wird und Selbstmord als Todsünde gilt. In eindringlichen Bildern und beklemmender Stille zeichnet der Film ein schonungsloses Porträt von Einsamkeit, Schuld und dem verzweifelten Wunsch nach Erlösung. Ein Werk von erschütternder Aktualität, das zeigt, wie tief religiöse Dogmen und patriarchale Strukturen bis heute nachwirken.