Der Passfälscher
Regie: Maggie Peren
Mit: Louis Hofmann,
dOV
Berlin 1942. Der junge Jude Cioma Schönhaus lässt sich weder seine Lebensfreude nehmen noch von irgendjemanden einschüchtern – schon gar nicht von den Nazis! Er tritt die sprichwörtliche Flucht nach vorne an. Zusammen mit seinem guten Freund Det begibt er sich mitten ins Leben und unter Menschen – denn seiner Ansicht nach sind die besten Verstecke dort, wo alle hinsehen! Mit Einfallsreichtum, Charme und einer gehörigen Portion Chuzpe schlägt sich Cioma durchs Leben, beflügelt durch Gerda, in der er nicht nur seine große Liebe, sondern auch seine Meisterin der Mimikry findet. Sein Talent – das perfekte Fälschen von Pässen – hilft zwar zahlreichen Menschen bei der Flucht, bringt ihn selbst jedoch zunehmend in Gefahr.
„DER PASSFÄLSCHER basiert auf einer wahren Geschichte, auf deren Faszination und Kraft die Regisseurin und Drehbuchautorin Maggie Peren voll und ganz vertraut. Besonders hervorzuheben ist die gelungene Besetzung mit den jungen Schauspieler*innen Luna Wedler, Jonathan Berlin und Louis Hofmann. Letzterem gelang bereits in früheren Arbeiten die überzeugende Darstellung jener Mischung aus zögerlichem Mut, Unschuld, sogar Reinheit selbst in dunkelsten Zeiten, die zweifelsohne auch für den 21-jährigen Fälscher, den er hier darstellt, ein Schlüssel zum Überleben ist.“ (Berlinale)
Im Anschluss an den Film am 16.11: Gespräch über diese Art der „Vergangenheitsbewältigung“ im Film.
Otto Friedrich mit dem Theater- und Filmwissenschaftler Patric Blaser über Riefenstahls Ästhetik, die heute noch präsent ist, und den Umgang mit deren NS-Vergangenheit.
Die Frage, wie die Schoa filmisch zu thematisieren ist, wird heute auf eigene Weise virulent: Die Zeitzeugen sind fast alle tot, was zu dokumentieren ist, scheint weitgehend abgearbeitet. Und ein Publikum aktuell noch dafür zu interessieren, ist eine Herausforderung für den Film. Erst recht schwierig wird es bei der Zumutung, sich dem Geschehen komödiantisch nähern zu wollen, ohne die Historie zu verharmlosen. Die deutsche Regisseurin Maggie Peren wagt dies in „Der Passfälscher“, der die Geschichte von Cioma Schönhaus (1922–2015) erzählt, der als Jude zunächst u.a. als Passfälscher in Berlin überlebte und sich dann, 1943, in die Schweiz durchschlug. Regisseurin Peren geht diese Geschichte nicht als Heldenepos an, sondern zeigt Cioma und seinen Freund Det als junge jüdische Männer, die in den Tag hineinleben und sich der Verfolgung fast spielerisch zu entziehen suchen. Das Leben unter diesem Regime war auch ein Leben mit heiteren bis grotesken Zügen, das Damoklesschwert der Deportation schwebte trotz allem über diesen jungen Leute. Peren gelingt es, diesen Zwiespalt glaubhaft aufzulösen – was wesentlich im Schauspiel von Louis Hofmann als Cioma gelingt.
Specials
Film & Gespräch
Der Passfälscher | deutsch Original | im Votiv Kino | Saal: Votiv 3Tickets (Der Passfälscher )




