Special | Festivals

A casa tutti bene

Zu Hause ist es am schönsten

Regie: Gabriele Muccino
Mit: Stefano Accorsi, Stefania Sandrelli, Valeria Solarino, Tea Falco

Italien 2018 | 105 min

OmU

 A casa tutti bene
 A casa tutti bene
 A casa tutti bene

Alba und Pietro wollen Goldene Hochzeit feiern und laden die komplette Familie in ihr wunderschönes Haus auf Ischia ein. Doch in ihrer Vorfreude haben sie das Temperament ihrer Familie unterschätzt: Sohn Carlo muss die Eifersucht seiner Frau Ginevra ertragen, die große Szenen macht, weil auch seine Ex zum Fest geladen ist. Schwiegersohn Diego denkt ständig an seine Geliebte in Paris, während seine arglose Frau Sara ihn mit allen Mitteln zu bezirzen versucht. Und Albas bindungsscheuer Lieblingssohn Paolo flüchtet sich in eine romantische Affäre mit seiner reizenden Cousine Isabella. Während Alba die Idylle aufrechtzuerhalten sucht, kann Pietro es kaum erwarten, bis die verrückte Verwandtschaft mit der Fähre wieder verschwindet. Als dann ein Sturm über die Insel fegt und die illustre Gesellschaft an der Abreise hindert, ist das Chaos perfekt. Alte Geschichten, neue Liebe, Eifersüchteleien und Sehnsüchte schwappen mit voller Wucht aus jedem heraus und verwandeln die paradiesische Insel in ein Labyrinth der Leidenschaft.

Ein wenig Komödie, ein wenig Musical und übergroße Emotionen: A CASA TUTTI BENE erinnert an die Dynamiken der tragikomischen Commedia all’italiana, die in Filmen von Dino Risi und Mario Monicelli zu Hause sind, an die Methode von Altmeister Ettore Scola, der in “La Terazza”, “La Famiglia” und “La cena” seine Filmfiguren an einem einzigen Ort einschließt, um zu beobachten, was passiert. Aber auch ein wenig an Luis Buñuel, nur dass die Hölle bei Muccino nicht nur die anderen sind, sondern auch jeder für sich selbst. Gabriele Muccino inszeniert eine Familie am Rande des Nervenzusammenbruchs, eine wunderbare italienische Familie, die er mit schillernden Farben in den Abgrund des Absurden stürzt, nachdem er sie mit Humor entzaubert hat. Worte bewirken Tragödien, der Instinkt herrscht über den Verstand – wie bei Ginevra und Carlo, der einmal den Reizen seiner Frau erliegt und sie kurze Zeit später am liebsten die Klippen hinunterstürzen will. Und immer, wenn die Worte völlig fehlen, setzt sich Nichtsnutz Riccardo ans Piano und spielt italienische Lieder, die die Herzen aller Familienmitglieder öffnen.

Am
2. Juli |
Spielzeiten und Tickets demnächst von A casa tutti bene im Votiv Kino und Kino de France in Wien