Another Woman

Another Woman (Die andere Frau)

Regie und Drehbuch: Woody Allen, Kamera: Sven Nykvist. Mit: Gena Rowlands, Mia Farrow, Ian Holm, Gene Hackman (Farbe, 81 min, engl. OFmdt+fzU)

Schwer vorstellbar, dass Mia Farrow ursprünglich die Rolle Marions (Gena Rowlands) spielen hätte sollen. Ihre Schwangerschaft zum Zeitpunkt der Dreharbeiten hat ihr den Part von Hope beschert. Mit Rowlands gewinnt der Charakter von Marion an glaubwürdiger Tiefe, die sich aus den Reflexionen zu dem zunächst nur zufällig mitgehörten Seelenleben der Nachbaranalysandin, zum eigenen Beruf und zu der wissenschaftlichen Kreativität sowie der Beziehungsproblematik mit dem Ehemann ergibt. Sie nimmt Anteil an der Verzweiflung der schwangeren Hope, deren Therapiesessions sie eine zeitlang fasziniert durch einen Lüftungsauslass der Nachbarwohnung belauscht und aus denen sie Hinweise für ihr eigenes Leben ableitet.

Eine materiell ungebundene Frau der intellektuellen Schickeria Manhattans, eine erfolgreich publizierende Philosophin, stößt an die Endlichkeit bürgerlicher Glückskonzepte.

Eines der Woody-Allen-Dramen, dem man dessen große Wertschätzung für Ingmar Bergman nicht nur durch den gemeinsamen Kameramann Sven Nykvist ansieht.

Samstag, 22. 11. 2008, 18.45 Uhr

 

Impulsreferat

Eva Laquièze-Waniek Philosophin

Mag.a Dr.in, Studium der Philosophie und deutschen Philologie in Wien, Graz, Berkeley, Lehrbeauftragte am Institut für Philosophie der Universität Wien und Klagenfurt. Derzeit Buchprojekt zum Thema „Anrufung: Geschlecht und Subjektkonstitution“, Forschungsschwerpunkte: philosophische Geschlechterforschung / Gender Studies, Psychoanalyse, Sprachphilosophie und Ästhetik.