Aus dem Presseheft

SUZAKU


 
Einleitung
Inhalt
Naomi Kawase (Regie und Drehbuch)
Masaki Tamura (Kamera)

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Stab

Regie und Drehbuch: Naomi KAWASE
Produzenten: Takenori SENTO, Koji KOBAYASHI
Co-Produzent: Yasushi TSUGE
Kamera: Masaki TAMURA
Schnitt: Shuichi KAKESU
Musik: Masamichi SHIGENO
Ton: Osamu TAKIZAWA
Ausstattung: Etsuko YOSHIDA

Besetzung

Jun KUNIMURA: Kozo Tahara
Machiko ONO: Michiru Tahara (18 Jahre alt)
Sachiko IZUMI: Sachiko Tahara
Kotaro SHIBATA: Eisuke Kawamoto (26 Jahre)
Yasuyo KAMIMURA: Yasuyo Tahara
Kazufumi MUKOHIRA: Eisuke (11 Jahre alt)
Sayaka YAMAGUCHI: Michiru (3 Jahre alt)
 

Produktion

WOWOW/JAPAN SATELLITE BROADCASTING, Inc.
Bitters End Inc.
35 mm, 1 : 1,66, 95 Min., Farbe
Preis der Internationalen Filmkritik, Rotterdam 1997
Camera d'Or, Cannes 1997
Preis der "Standard-Leserjury", Viennale 1997


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Einleitung

Was ist Familie? Was ist Blutsverwandtschaft? Die 27jährige Filmemacherin Naomi Kawase stellte solche fundamentale Fragen bereits in ihren bemerkenswerten Kurzdokumentationen, in denen sie sich unter anderem auch mit ihrer eigenen Geschichte auseinandersetzte. "Embracing" (1992) und "Katatsumori" (1994) wurden mit großem Erfolg bei vielen Filmfestivals auf der ganzen Welt gezeigt. In ihrem ersten Spielfilm greift Kawase die Themen ihrer Dokumentationen wieder auf und wirft einen erhellenden Blick auf die japanische Familie. Gleichzeitig erprobt sie neue Formen der filmischen Narration.
Der Ort der Handlung, das Dorf Nishiyoshino-mura, liegt am Südende der Präfektur Nara, der Heimat Naomi Kawases. Das Dorf leidet unter der Landflucht, und dann gibt es diesen traurig-nutzlosen Tunnel, der ursprünglich Teil der Eisenbahnverbindung von Gojo nach Nishiyoshino-mura hätte sein sollen. Kawase sammelte jahrelang Material über das Dorf, und die Filmcrew wohnte bereits sechs Monate vor Drehbeginn dort, um das alte japanische Bauernhaus, das als Schauplatz des Films dient, instand zu setzen und die umliegenden Felder zu pflügen. Mit Unterstützung der Dorfbewohner wurde der Film dann in 45 Tagen gedreht. Der Titel SUZAKU leitet sich vom Namen eines der vier chinesischen Götter ab. Nishiyoshino-mura wurde vom Gott Suzaku, der im Süden wohnt, beschützt.
Mit einer einzigen Ausnahme wurden die Rollen mit Laienschauspielern besetzt. Nur Kozo, die zentrale Figur des Films, wird von Jun Kunimura gespielt. Kunimura arbeitete u. a. mit Regisseuren wie Ridley Scott ("Black Rain") und John Woo ("Hard Boiled"). Kameramann Masaki Tamura war so beeindruckt von Naomi Kawases 8-mm-Filmen, daß er das Projekt dem Produzenten vorschlug. Tamura war es auch, der die junge Filmcrew zusammenführte.


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Inhalt

Nishiyoshino-mura in der Präfektur Nara ist ein Walddorf, berühmt für seine Yoshino-Zedern. Kozo Tahara (Jun Kunimura) ist Oberhaupt einer Familie, die seit Generationen von der Waldarbeit lebt.
1971, unter dem Eindruck der anhaltenden Rezession, wird Nishiyoshino-mura als Gebiet "mit zu geringer Bevölkerung" eingestuft. Obwohl immer mehr Bewohner das Dorf verlassen, um anderswo Arbeit zu finden, können Kozo und einige Gleichgesinnte, die ihren Lebensunterhalt mehr schlecht als recht in der örtlichen Industrie verdienen, nicht anders, als Nishiyoshino-mura zu lieben und zu bleiben. Im selben Jahr wird ein Tunnel, der Nishiyoshino-mura an die Eisenbahn anbinden soll, geplant. "Wenn die Eisenbahn kommt, müssen wir das Dorf nicht verlassen." Kozo selbst engagiert sich für das Projekt und beginnt, den Tunnel zu bauen, um seinen Traum zu realisieren. Kozos bescheidenes Leben mit seiner Mutter, seiner Frau, dem Sohn seiner Schwester (die das Dorf bereits verlassen hat) und seiner geliebten Tochter gewinnt durch das Projekt an Hoffnung. Doch die Utopie endet jäh, als der Bau gestoppt wird.
15 Jahre später führt die Tahara-Familie ein ärmliches Leben in Nishiyoshino-mura. Michiru, Kozos Tochter, befindet sich in ihrer Pubertät, und Kozo selbst lebt wie ein Zombie. Die Familie ist von Eisuke, Kozos Neffen, abhängig, und Kozos Frau Yasuyo nimmt eine Halbtagsstelle im Gasthaus, in dem Eisuke arbeitet, an. Michiru beginnt, mehr als geschwisterliche Liebe für Eisuke zu empfinden, während dieser sich stark zu Yasuyo hingezogen fühlt.
Eines Tages verläßt Kozo das Haus mit seiner 8-mm-Kamera und verschwindet für immer im Tunnel. Seine Mutter Sachiko versteht die Bitterkeit ihrer Schwiegertochter und rät ihr, in ihr Heimatdorf zurückzukehren. Yasuyo entscheidet sich schließlich dafür, Nishiyoshino-mura zu verlassen, aber Michiru fällt der Abschied von der Heimat so schwer, daß sie sich zum Bleiben entschließt. Gemeinsam sehen sich die Mitglieder der Familie den letzten 8-mm-Film Kozos an - Bilder, die die Schönheit des Dorfes zeigen.


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Naomi Kawase (Regie und Drehbuch)

Naomi Kawase wurde 1969 in der Präfektur Nara geboren. 1989 schließt sie das Studium des Visual Arts College an der Universität Osaka mit dem Regiediplom ab. 1993 gewinnt "Embracing", ein 8-mm-Film über ihre Suche nach dem Vater, von dem sie von Kindheit an getrennt war, den "Excellence in Image Award" des Forum Film Festivals. Mit "White Moon" wird sie im selben Jahr zum Pia Film Festival eingeladen. 1995 nimmt Kawase mit "Katatsumori", einer Dokumentation über ihre Großmutter, am Yamagata International Documentary Film Festival teil und gewinnt den "Award for Excellence". Sie gründet die Gruppe "Kumie", die ihre und die Filme anderer unabhängiger japanischer Filmemacher präsentiert, u. a. im Yokohama Art Museum. 1996 veröffentlicht Kawase "This World", eine "filmische Korrespondenz" auf 8 mm mit dem Regisseur Hirokazu Koreeda ("Maboroshi"). Für SUZAKU erhält Naomi Kawase 1997 beim Internationalen Filmfestival in Rotterdam den Preis der Internationalen Filmkritik und in Cannes die "Camera d'Or" für den besten Erstlingsfilm. Kawase ist die bekannteste junge Filmemacherin Japans der Gegenwart.


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Masaki Tamura (Kamera)

Masaki Tamura wurde 1939 in der Präfektur Aomori geboren. 1962 beginnt er als Kameraassistent bei der Iwanami Eiga Film Produktion zu arbeiten. 1968 führt er erstmals Kamera bei "Nippon Kaho Sensen: Sanrizuka No Natsu" (Regie: Shinsuke Ogawa). Internationale Anerkennung erlangt er durch seine Kameraarbeit bei "Farewell to the Land" (Mitsuo Yanagimachi, 1982) und "Untamagiru" (Go Takamine, 1989). Er bleibt weiterhin Shinsuke Ogawas favorisierter Kameramann, mit dem er bis zu dessen Tod neun Filme dreht. Tamura arbeitet in letzter Zeit vornehmlich für junge Regisseure wie Keisuke Toyoshima ("Square The Circle", 1996) und Nobuhiro Suwa ("2 Duo", 1997).


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