Was uns bindet

Regie: Ivette Löcker. Österreich 2017, 102 Min., Farbe

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"Die in Berlin lebende Dokumentarfilmemacherin nimmt einen Besuch im heimatlichen Lungau zum Anlass für eine filmische Auseinandersetzung mit ihrer Familie, die sich mehr und mehr zu einem offenen, ambivalenten Exkurs über das Leben auf dem Land und das Konfliktpotenzial unterschiedlicher Lebensentwürfe entwickelt. Obwohl seit Jahrzehnten emotional getrennt, leben Ivette Löckers Eltern nach wie vor unter einem Dach. Am Küchentisch vollziehen sich kleine Machtkämpfe, beinahe zärtliche Sticheleien, aber auch bittere Reminiszenzen an die verblasste erste Verliebtheit und an die Unwägbarkeiten eines geteilten Lebens. Das Publikum wird Zeuge einer lakonischen Erinnerungsarbeit: Mitunter schmerzhaft werden materielle wie immaterielle Familienbünde sichtbar, die trotz der persönlichen Fokussierung einen universellen Kern aufweisen: Die unglückliche Ehe belastet immer noch, nicht nur das ehemalige Paar, auch die drei Töchter." (Diagonale)
"Mit Witz und Humor fängt die Regisseurin eigene Gefühle, Nähe und Distanz zwischen allen Beteiligten ein. Ihr Blick nimmt dabei auch die kleinen Gesten des Wohlseins und Miteinanders wahr. Ivette Löcker gelingt ein mutiges Beschreiben des eigenen Familiengeflechts, und sie öffnet damit die Möglichkeit, über das Konstrukt Familie im Allgemeinen nachzudenken." (Jurybegründung, Bester Dokumentarfilm Diagonale 2017)
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