Secrets of Nature

The Birth of a Flower

Kurzfilmprogramm 103 min
Einleitung: Wilbirg Brainin-Donnenberg

Ein hundertjähriger Filmkalender spannt den Bogen von den ersten filmischen Naturbeobachtungen über eine Darwin’sche Evolutionssynthese, einen von Mozart betrauerten Star, einen legendenumwobenen europäischen Urwald bis hin zur politischen Reflektion eines mit Waffengewalt geschützten Biotops. Die ältesten Lebewesen der Erde werden von den jüngsten mit dem Blick durch die Kamera bestaunt, untersucht und immer besser verstanden. Nicht nur im Jahr der Biodiversität müssen wir uns die Frage gefallen lassen: Wie gehen wir mit diesem Verständnis um?

The Birth of a Flower

UK 1910
Regie Percy Smith
(Handkoloriert, 8 min, stumm)
Österreich-Premiere

Vor genau hundert (!) Jahren hatte dieser Film Premiere. Percy Smith war ein Pionier des Wissenschaftsfilms und mit seiner neuen Technik Zeitrafferaufnahme zeigte er erstmals wie sich Blütenblätter zum Licht öffneten. Das Londoner Publikum war fasziniert und soll nach spontanem Applaus sofort eine Wiederholung der Vorführung gefordert haben. Smith war damals aber erst am Anfang. Er widmete sein ganzes restliches Leben dem Filmen der Tier- und Pflanzenwelt und trug maßgeblich zu Secrets of Nature bei, einer legendären Serie des BIF (British Instructional Films) aus den späten zwanziger Jahren.

Bouquet 1

F 1995
Konzept und Realisation: Rose Lowder
(Farbe, 1 min, stumm)
Österreich-Premiere

Am Berg Ventoux, von 1912 Metern bis zur Grozeau-Quelle. Ein wahrer Blumenstrauß. Bergblumen und gelber Mohn umrahmen Ausflügler auf ihrer Gipfeltour, wo sie eine uralte Weizenform erwarten wird.

Bloeiende Bloemen en Plantenbewegingen

NL1932
Regie: J.C. Mol
(s/w, 7 min – Auszug aus 30 min)

Man kann den Blumen beim Wachsen zusehen. Sehr viele Tulpenzwiebel und dieser Film kommen beide aus der Bloemenstadt Nordhollands: There is a rose in Holland’s Haarlem . . .

Li: The Patterns of Nature

USA 2007
Konzept und Realisation: John Nathan Campbell
(Farbe, 9 min 7 sec)
Österreich-Premiere

Mit speziellen Zeitraffer- und Mikroskopietechniken werden die vielen Facetten des Li erforscht; das chinesische Wort steht für die allen Phänomenen zu Grunde liegende Ordnung dieser Welt. Zeitrhythmen und Raum werden miteinander verwebt und erfassen die Zyklen natürlicher Strukturen: Tag und Nacht, Geburt und Verfall, sowie die vier Jahreszeiten.

My Mother’s Garden

Thailand, France 2007
Regie und Drehbuch: Apichatpong Weerasethakul, Kamera: Renaud Chassaing, Apichatpong Weerasethakul, Animation Peeraphat Kittisuwat Mit: Sakda Kaewbuadee, Jenjira Pongpas
(Farbe, 6 min 42 sec, stumm)

Bilder und Erinnerungen aus dem Garten der Mutter, wo wilde Orchideen blühen, Käfer und andere Organismen krabbeln und schwirren, animierte Zeichnungen und prächtige Juwelenkreationen aus der Kollektion von Victoire de Castellane sind Teile einer traumartig anmutenden Filmsequenz, die hinter gefährlichen und fleischfressenden Pflanzen eine versteckte Mechanik erkennen.

Dahlia

D/A 2003
Konzept und Realisation: Karoe Goldt, Sound: Rashim
(Farbe, 3 min)

"Die Dahlie gilt als die Herbstbotin – die Blume des Abschieds, sie kündigt den Tod an und drückt die Trauer aus." (K. Goldt) – Hier als Abgesang auf aussterbende Blumen.
". . . so treten Karø Goldt und Rashim den Beweis an, dass konsequent durchstrukturierte Abstraktion fesselnder sein kann als jeder Thriller . . ." (Norbert Pfaffenbichler)

5 Walks. Hercynia Silva

NL 2008
Konzept und Realisation: Anna Abrahams
(s/w, 16 min, engl OF)
Österreich-Premiere

Es ist bemerkenswert wie widerstandsfähig Landschaftsmythen sind. Europäische Urwälder verschwinden nach und nach, während sich ihre Mythen anpassen. Autobahnen sind die neuen Waldpfade und die Neonwerbungen sind die Irrlichter für die Autofahrer, die neuen Faune. (. . . der hercynische Wald übertrifft alle Wunder seines unsterblichen Schicksals . . . Plinius, 23-79 v. Chr.)

The Commoners

USA 2009
Konzept und Realisation: Penny Lane (in Zusammenarbeit mit Jessica Bardsley), Sound Design: Jesse Stiles
(Farbe 12 min 30 sec, engl OF)
Österreich-Premiere

Ein Exzentriker sammelte Vögel, die bei Shakespeare vorkommen, und ließ sie im Central Park frei. Der europäische Star ist heute der most common Vogel Amerikas. Hunderte Millionen davon schädigen jährlich Landwirtschaft und Bauwerke. Auch Mozart hatte einen Star, dessen Tod ihn sogar ein Trauergedicht verfassen ließ.

Rabbit à la Berlin (Mauerhase)

Polen/D 2009
Regie: Bartek Konopka, Drehbuch: Bartek Konopka, Piotr Rosolowski, Kamera: Piotr Rosolowski
(Farbe und s/w, 39 min, deutsch-polnische OFmenglU)

Im Todesstreifen entlang der Berliner Mauer leben Hasen, beschützt von den Vopos. Über die Jahre werden sie träge und faul. Wider ihre Natur hören sie auf, um Rangordnungen zu kämpfen. Das Grünland ernährt sie alle bestens, bis Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Viele werden krank. Nach dem Fall der Mauer ziehen viele in den Westen, in die Parks der Großstadt. Dort will man sie nicht haben. Das Leben in der Freiheit haben sie sich anders vorgestellt.

Dienstag, 30. 11. 2010, 20.30 Uhr

 

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