Vielfältige Filmgenres, vielfältige Filmstile werden eine Woche lang nicht öko-missionarisch, sondern überzeugend cinephil zum Diskurs um die Artenvielfalt beitragen. Die Filmschau hat Wahrheiten und Geschichten gesammelt, um trotz eigener Bruchstückhaftigkeit ein ganzes Bild wiederzugeben: das Bild unserer bedrohten Welt. Thriller, Science-Fiction und Avantgardefilme treffen auf Dokumentationen jenseits der Hauptabendgefälligkeitsformate, Komödien und Wissenschaftsfilme. 28 Filme aus 15 Ländern. Die filmische Diversität ist eine formale Spiegelung des unendlich breiten Themas. Sorgfältig gesetzte Mosaiksteine lassen im Jahr der Biodiversität Altes neu sehen und werden mit Neuem überraschen.

In Kekexili kämpft eine tibetische Bergpatrouille gegen organisierte Antilopenwilderer, während Marlon Brando in The Freshman seinen eigenen Paten paraphrasiert und betuchten Gourmets ein kulinarisches Angebot macht, das sie nicht abschlagen können. Nicolas Philibert, Regisseur des Kinohits Etre et avoir – Haben und Sein, richtet in Un animal, des animaux einen liebevoll ironischen Blick auf allerlei Ausgestopftes und Aufgepfropftes. Der Tag des Spatzen von Philip Scheffner feiert seine Österreich-Premiere und verbindet den deutschen Kriegseinsatz in Afghanistan mit dem Tod eines holländischen Spatzen. Vogelkunde auch bei Penny Lane, die sich in The Commoners den Staren widmet. Seit den ersten Unterwasserfilmen des Pioniers Jean Painlevé sterben zahllose Arten im Ozean längst rascher, als wir sie erforschen können. Tempo ist auch bei Avantgardefilmer Gerard Holthuis in Careless Reef Part 4: Bilder von Unterwasserlebewesen werden in einem Flicker-Rhythmus verdichtet. Im preisgekrönten Fly away Home – Amy und die Wildgänse lernt die 12-Jährige kurzerhand fliegen und rettet so die bedrohte Gänsefamilie. Mit der Gefährdung unseres Essens befasst sich Altmeister Ermmano Olmi in Terra Madre, vom Garten der eigenen Mutter erzählt Apichatpong Weerasethakuls Kurzfilm My Mother’s Garden. Ein Late Night Sci-Fi Special zeigt den gefeierten District 9, mit viel Handkamerastakkato und Videogame-Kampfästhetik, ein DNA-Mutant rettet außerirdische Insektoide im Kampf gegen eine südafrikanische Privatarmee. Secrets of Nature, ein Kurzfilmprogramm begeistert heute noch genauso wie vor hundert (!) Jahren, als Blumen erstmals auf Leinwand geboren wurden.

Gute Projektion!

Wilbirg Brainin-Donnenberg
Kuratorin

 

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