Im Meer, wo alles begann

Impulsreferat Monika Bright
Geb. 1962, Sohn: Felix Nicholas Bright. Seit 2001 Ao. Univ. Professorin für Zoologie und Meeresbiologie, Vize-Departmentsleiterin der Abt. Meeresbiologie, Expertise: Meeresbiologie, Zoologie Wirbellose, Mikrobielle Symbiosen, Biologie und Ökologie der Hydrothermalquellen, Erdöl- und Erdgaslagerstätten der Tiefsee.
Hyas et Sténorinques

Kurzfilmprogramm 90 min

Eingerahmt von den animalischen Verführungskünsten eines Lachses im Kurzfilm von Isabella Rossellini und den Flickerbildern und Popsound des Avantgardefilmers Gerard Holthuis, der Unterwassertiere zu einem psychodelischen Erlebnis werden lässt, widmet sich das Programm dem Altmeister des Meeresfilms: Jean Painlevé, der über ausreichend Humor und anthropomorphe Neugier verfügt, um seit den Zwanzigerjahren als genialer Grenzgänger zwischen Kunst und Wissenschaft zu gelten.

Salmon (Seduce Me Season 1)

Regie, Drehbuch und Darstellerin: Isabella Rossellini
(Farbe, 2 min, engl. OF)
Österreich-Premiere

Nach meiner komischen Serie Green Porno, wollte ich jetzt die Verführungsrituale der Tiere zeigen. Vielleicht können wir da noch was lernen. (Isabella Rossellini)

Hyas et Sténorinques (Hyas and Stenorhynchus)

F 1929
Regie: Jean Painlevé, Kamera: André Raymond, Musik : Frédéric Chopin orchestriert von Maurice Jaubert
(s/w, 13 min, frz.OFmenglU)

Die Seespinne und die Gespenstkrabbe machen sich an der Röhre des Borstenwurms fest. Seine Tentakelkrone ist ein wahres Feuerwerk. (Jean Painlevé)

L’Hippocampe (The Seahorse)

F 1934
Regie: Jean Painlevé, Kamera: André Raymond, Musik: Darius Milhaud
(s/w, 13 min, frz.OFmenglU)

Das Seepferdchen ist der einzige vertikale Fisch. Das männliche Seepferdchen hat eine Tasche, in die das Weibchen die Eier legt. Nach 30 Tagen stößt das Männchen Embryonen aus: eine richtige Geburt.

Oursins (Sea Urchins)

F 1954
Regie: Jean Painlevé, Kamera: Claude Beausoleil, Musik: Jean Painlevé ("Le vrai mambo")
(Farbe, 11 min, frz.OFmenglU)

Joseph, der Laborassistent der Zoologie an der Sorbonne, war ein wahrer Zoologe und Praktiker, Erfinder eines Verfahrens, mit dem man Seeigel durchsichtig machen kann (wobei nach Ende des Versuchs noch alle Organe an Ort und Stelle sind). Für diesen Seeigel habe ich „organisierte Klänge“ aufgezeichnet, als Hommage an Edgar Varèse, aber auch "Le vrai Mambo", ein Schlager von damals.

Histoires de Crevettes (Shrimp Stories )

F 1964
Regie: Jean Painlevé, Kamera: Jean Painlevé und Genèvieve Hamon, Musik: Pierre Conté
(Farbe, 13 min, frz.OFmenglU)

Wie alle Schalentiere schälen sich auch die Felsgarnelen, sie stoßen ihre Haut ab. Diese Verwandlung ist vielleicht weniger beeindruckend als die bei Insekten, wo das Tier erst restlos zerstört wird, bevor ein neues Tier entsteht, dennoch ist es ein bewegendes Schauspiel.

Les Amours de la Pieuvre (The Love Life of the Octopus)

F 1965
Regie: Jean Painlevé, Kamera: Jean Painlevé und Genèvieve Hamon, Musik: Pierre Henry
(Farbe, 13 min, frz.OFmenglU)

Ich lernte den Kraken im Jahr 1911 kennen: Ich war neun und fuhr mit meiner Familie nach Roscoff, dessen Meeresbiologische Station damals aus einem großen Aquarium bestand, das man bestaunen konnte. Ich war so beeindruckt, dass ich Zoologie studieren wollte – und tatsächlich machte ich als Student nähere Bekanntschaft mit diesem Tier.

Acera ou le Bal des Sorcières (Acera or the Witches’ Dance)

F 1972
Regie: Jean Painlevé, Kamera: Jean Painlevé und Genèvieve Hamon, Musik: Pierre Jansen
(Farbe, 13 min, frz.OFmenglU)

Acera-Kugelschnecken sind Zwitter und kopulieren in Ketten. Jedes Tier ist für das folgende ein Weibchen und für das davor das Männchen.

Careless Reef Part 4: Mars Abu Galawa

NL 2004 Konzept und Realisation: Gerard Holthuis, Musik: Abdel Baset Hamouda (Farbe, 11 min 34 sec)

Die bizarre Unterwasserwelt des Roten Meeres wird ein Seherlebnis, eine Kollision der Farben und (Lebens-)Formen, ein Flickerfilm mit mitreißender Musikperformance.

Sonntag, 28. 11. 2010, 20.30 Uhr

 

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